Der Preisträger 2018

Das Fachmagazin Börsenblatt ehrt den Heidelberger Rezensenten Michael Braun für seinen jahrzehntelangen Einsatz für die Gegenwartslyrik.

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© Erich Malter

Der Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik 2018 geht an den Lyrikrezensenten Michael Braun, der mit dem “Lyrik-Taschenkalender” (Wunderhorn) die bedeutendste deutschsprachige Lyrikanthologie herausgibt. Aus Sicht der Jury ist die Auszeichnung für sein Schaffen überfällig. In seiner Begründung für den diesjährigen Preisträger hebt das Expertengremium besonders Brauns kontinuierliches Engagement für die zeitgenössische Dichtung in verschiedenen Rollen hervor. Mit seinem feinen Gespür für Qualität und Substanz entdecke er regelmäßig neue Talente: “Michael Braun kennt die Lyriker, sie kennen ihn. Oft entstehen diese persönlichen Verbindungen, bevor überhaupt ein Verlag auf einen Poeten aufmerksam geworden ist.”

Der in Heidelberg lebende Literaturkritiker, Herausgeber und Moderator wurde 1958 in Hauenstein (Pfalz) geboren. Heute arbeitet er freiberuflich für den Deutschlandfunk, den Südwestrundfunk (SWR), den Saarländischen Rundfunk (SR), die “Neue Zürcher Zeitung” (NZZ) und den “Tagesspiegel”. Bereits seit 1994 berät und moderiert er das Erlanger Poetenfest. Von 2006 bis 2011 hat er den “Deutschlandfunk-Lyrikkalender” im Verlag Das Wunderhorn herausgegeben, der dort seit 2012 als “Lyrik-Taschenkalender” fortgeführt wird. Seit 1991 kommentiert er gemeinsam mit Michael Buselmeier zeitgenössische Gedichte für das Langzeit-Projekt “Der gelbe Akrobat” (Poetenladen). Während des Sommersemesters 2016 hatte er eine Gastprofessur am Deutschen Literaturinstitut Leipzig (DLL) inne.